Referenz

Überbauung Courgevaux

Wohnen mal ganz anders: Auf einem historischen Schlossgelände entstanden durch sorgfältiges Erneuern 17 einzigartige Eigentumswohnungen. Eine Dacheindeckung aus Biberschwanzziegeln stellt den Bezug zum baukulturellen Kontext her.

Spezielle Biberschwanzziegel erfüllen die hohen denkmalpflegerischen Anforderungen an das Projekt. Ihre gleichmässige, spitz zulaufende Form verleiht dem Dach eine ausdrucksstarke Struktur. Zugleich bieten sie einen wirksamen, robusten Witterungsschutz.

Stand­ort: 1796 Cour­gevaux (FR)
Archi­tek­ten: awerk archi­tek­ten ag
Bau­herr­schaft: Wohn­werk AG
Nut­zung: Woh­nen
Erstel­lung: 2021 – 2023
Mate­rial: BS Biber­schwanz­zie­gel spitz in Natur­rot von AGZ Zie­ge­leien AG, Horw (LU)

Die Gemeinde Cour­gevaux, einige Kilo­me­ter süd­lich von Mur­ten gele­gen, blickt auf eine rei­che Geschichte zurück. Eines der bedeu­tend­sten Kul­tur­gü­ter des 1’500-Seelen-Dorfs ist das gleich­na­mige Schloss. Auf sei­nem mehr als 10’000 Qua­drat­me­ter gros­sen Gelände ver­eint es ver­schie­dene histo­ri­sche Bau­ten. Das Her­ren­haus als Haupt­ge­bäude wurde Ende des 17. Jahr­hun­derts erbaut. Auf dem Areal befin­den sich fer­ner eine vor­in­du­stri­elle Zie­ge­lei, die noch einige Jahr­zehnte älter ist als das Her­ren­haus, sowie eine Scheune und ein Cot­tage.

König­li­ches Woh­n­er­leb­nis

Die vier sanie­rungs­be­dürf­ti­gen Gebäude auf dem Schloss­ge­lände wur­den zwischen 2021 und 2023 in eine moderne Wohn­sied­lung trans­for­miert. Wäh­rend das Her­ren­haus und die Zie­ge­lei umfas­send erneu­ert wur­den, baute man die Scheune und das Cot­tage neu auf. Heute beher­ber­gen die Immo­bi­lien 17 Eigen­tums­woh­nun­gen mit unter­schied­li­chen Typo­lo­gien. Ergän­zend dazu ver­fügt das Schloss­ge­lände über ver­schie­dene Gemein­schafts- und Begeg­nungs­räume wie etwa eine Küchen­werk­statt, eine Schloss­halle mit Che­mi­née oder auch ein Man­sar­den­zim­mer für Gäste. Zudem lädt der präch­tige Park mit eng­li­schem Gar­ten, Was­ser­becken und meh­re­ren Sitz­ge­le­gen­hei­ten zum Ver­wei­len ein.

Prä­gnante Ein­deckun­gen

Die Scheune und das Cot­tage konn­ten als Neu­bau­ten mit ins­ge­samt 35 im Zie­gel­dach inte­grier­ten Solar­mo­du­len aus­ge­stat­tet wer­den. Bei den Dächern der Bestands­bau­ten hin­ge­gen waren zahl­rei­che denk­mal­pfle­ge­ri­sche Anfor­de­run­gen umzu­set­zen. Dazu zählte etwa, dass bei der erneu­er­ten Zie­ge­lei keine Dach­rin­nen mon­tiert wer­den, son­dern das Regen­was­ser wie bis anhin über den Dach­rand flies­sen und frei ver­sickern kann. Vor­ge­schrie­ben war fer­ner, dass die Dop­pel­ein­deckung der Dächer von Her­ren­haus und Zie­ge­lei mit Biber­schwanz­zie­geln aus­ge­führt sein musste, um dem bis­he­ri­gen Indu­strie­stil treu zu blei­ben. Dafür wähl­ten die Ver­ant­wort­li­chen einen Biber­schwanz­zie­gel in der Farbe «Natur­rot». Wäh­rend das Dach der Zie­ge­lei aus­schliess­lich damit belegt ist, wur­den bei jenem des Her­ren­hau­ses auch ein­zelne dun­kel ein­ge­färbte Zie­gel ver­legt, um einen geziel­ten Kon­trast zwischen den bei­den Bau­ten her­zu­stel­len.

Fotos: Die Dacheindeckung aus Biberschwanzziegeln stellt den Bezug zur baukulturellen Historie des Schlossgeländes sicher. (Quelle: awerk architekten ag)
Video: Barocke Ziegelproduktion im Schloss Courgevaux. (Quelle: Gemeinde Courgevaux)
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