Referenz

Mehrfamilienhaus Uerikon

Wie gelingt die Integration eines Neubaus in ein historisches Ortsbild? Das Beispiel eines Mehrfamilienhauses im zürcherischen Uerikon zeigt, welch wichtigen Beitrag die Materialisierung mit einem traditionellen Baustoff leisten kann.

Dank der Tondachziegel auf den Dächern und an den Fassaden integriert sich der Neubau unaufdringlich ins historische Ortsbild und überführt es in die Gegenwart.

Stand­ort: 8713 Ueri­kon (ZH)
Archi­tek­ten: Tilla Theus und Part­ner AG
Bau­herr­schaft: AXA Leben AG
Nut­zung: Woh­nen
Erstel­lung: 2021
Mate­rial: Biber­schwanz­zie­gel von Gas­ser Cera­mic, Rap­pers­wil (BE)

In Ueri­kon am Zürich­see, einem Orts­teil von Stäfa, steht an der Rit­ter­haus­strasse seit Herbst 2021 ein Mehr­fa­mi­li­en­haus mit zehn Woh­nun­gen. Das Pro­jekt über­zeugt mit einer kon­se­quen­ten Aus­rich­tung auf die Nach­hal­tig­keit, was durch eine Miner­gie-Zer­ti­fi­zie­rung belegt wird. Die zen­trale Lage gewähr­lei­stet eine gute Anbin­dung an den öffent­li­chen Ver­kehr – der Bahn­hof Ueri­kon ist zu Fuss in fünf Minu­ten erreich­bar. Und für die Ener­gie­ver­sor­gung wer­den erneu­er­ba­ren Ener­gien genutzt: Als Quelle für die Wär­me­en­er­gie die­nen Erd­wär­me­son­den, zudem pro­du­zie­ren Solar­mo­dule auf dem Dach den benö­tig­ten Strom vor Ort.

Sorg­sam inte­griert

Das von der Bünd­ner Archi­tek­tin Tilla Theus ent­wor­fene Gebäude mit zwei Trep­pen­häu­sern zeigt sich in einer kla­ren, redu­zier­ten Archi­tek­tur­spra­che. In der Höhe hält sich der Bau­kör­per mit drei Geschos­sen bewusst zurück. Das natür­li­che Gelände wurde nur leicht ange­passt und die Frei­flä­chen so gestal­tet, dass sie intui­tiv mit der natur­na­hen Umge­bung inter­agie­ren. So inte­griert sich der Neu­bau unauf­dring­lich ins histo­ri­sche Orts­bild und über­führt es in die Gegen­wart, wobei die Geschichte des Orts jeder­zeit ables­bar bleibt.

Authen­tisch und nach­hal­tig

Gestützt wird die bau­kul­tu­relle Anbin­dung durch die Mate­ria­li­sie­rung der Fas­sade und des Dachs, die beide aus hin­ter­lüf­te­ten Ton­dach­zie­geln bestehen. Die­ser Zie­gel ist in Ueri­kons Kern­zone stark ver­an­kert: Er prägt die Dächer der tra­di­tio­nel­len Bau­ten und ziert die Fas­sa­den von Scheu­nen. Nebst sei­ner authen­ti­schen Prä­gnanz über­zeugt der Ton­dach­zie­gel auch punkto Nach­hal­tig­keit. Er stammt von einem Schwei­zer Her­stel­ler, wodurch die Distanz für die Anlie­fe­rung kurz war. Zudem ist er sehr lang­le­big und benö­tigt kaum War­tung, was sich in tie­fen Unter­halts­ko­sten nie­der­schlägt. Dar­über hin­aus bie­tet der Ton­dach­zie­gel einen aus­ge­zeich­ne­ten Wit­te­rungs­schutz.

Tondachziegel dienen beim Neubau in Uerikon als hochwertiger, robuster Witterungsschutz, der kaum Wartungsaufwand verursacht. (Fotos: Luca Zanier)
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