Referenz

Einfamilienhaus Grossdietwil

Ein monolithisches Mauerwerk ist die perfekte Basis für die innovative Wärmedämmung eines Einfamilienhauses. Die Kombination erlaubt es, auf eine Zentralheizung zu verzichten, weil das Gebäude im Winter die solare Einstrahlung optimal nutzt.

In Verbindung mit Aerogel-Modulen ermöglicht das Einsteinmauerwerk eine konstante Wärmeabgabe an die Innenräume und sorgt so für ein behagliches Raumklima.

Stand­ort: 1131 Gross­diet­wil (LU)
Archi­tek­ten: Affentran­ger Bau AG
Bau­herr­schaft: Pri­vat
Nut­zung: Woh­nen
Erstel­lung: 2021
Mate­rial: Back­stein Mono­brick von Zie­ge­lei Schu­ma­cher AG, Gisi­kon (LU)

Ein Wohn­ge­bäude ohne Zen­tral­hei­zung – das muss wohl ein histo­ri­scher Alt­bau sein? Nicht so bei einem Ein­fa­mi­li­en­haus im luzer­ni­schen Gross­diet­wil. In die­sem inno­va­ti­ven Neu­bau müs­sen die Bewoh­nen­den aber kei­nes­wegs frie­ren, denn das Gebäude nutzt dank eines spe­zi­el­len Fas­sa­den­sy­stems die Ein­strah­lung der Sonne opti­mal. Dazu wur­den an der Aus­sen­wand trans­pa­rente Module aus Aero­gel instal­liert. Die­ser poröse Dämm­stoff aus Sili­kat ist einer­seits licht­durch­läs­sig, bie­tet ande­rer­seits aber auch eine hohe Wär­me­däm­mung. Er lässt Wärme in Form von Son­nen­strah­len nach drin­nen, dann aber nicht mehr hin­aus.

Kon­stante Wär­me­zu­fuhr

Im Detail: Wenn Son­nen­strah­len das Aero­gel durch­drin­gen, erwär­men sie die dahin­ter­lie­gende Absor­ber­schicht aus dunk­lem, mine­ra­li­schem Mör­tel­putz auf einer gemau­er­ten Aus­sen­wand. Das Ein­stein­mauer­werk — bestehend aus unver­füll­tem Wär­me­dämm­stein — nimmt die Wärme auf und gibt sie zeit­ver­zö­gert ins Gebäu­de­innere ab. Damit wird dem Haus auch dann noch Wärme zuge­führt, wenn die Sonne schon unter­ge­gan­gen ist.

Das Erwär­men des Gebäu­des über die Fas­sa­den ist nur im Win­ter erwünscht. Um im Som­mer eine Über­hit­zung zu ver­hin­dern, wer­den die Aero­gel-Module an der Fas­sade alle 20 Zen­ti­me­ter durch hori­zon­tale Beton­la­mel­len unter­bro­chen. Diese ste­hen genau so weit vor, dass sie die Ele­mente bei hoch­ste­hen­der Sonne zwischen April und Sep­tem­ber ver­schat­ten. Im Win­ter­halb­jahr hin­ge­gen, wenn die Sonne tie­fer am Hori­zont steht, trifft das Licht direkt auf die Fas­sa­den­ele­mente und ermög­licht die gewünschte Erwär­mung.

Tiefe Betriebs­ko­sten

Nach meh­re­ren Heiz­pe­ri­oden bestä­tigt das Pro­jekt in Gross­diet­wil, dass das Kon­zept in der Pra­xis wie geplant funk­tio­niert. Der Pel­let­ofen, der im Wohn­zim­mer als zusätz­li­che Wär­me­quelle zur Ver­fü­gung steht, wird nur an weni­gen Tagen pro Jahr benö­tigt.

Und wie steht es um die Wirt­schaft­lich­keit? Die Inve­sti­tio­nen für die spe­zi­elle Fas­sade waren etwa dop­pelt so hoch wie bei einer kon­ven­tio­nel­len Fas­sade. Dafür lagen die Kosten für die Gebäu­de­tech­nik deut­lich tie­fer, weil das Haus weder einen Wär­me­er­zeu­ger noch eine Wär­me­ver­tei­lung braucht. So war das Pro­jekt ins­ge­samt nur leicht teu­rer als ein kon­ven­tio­nel­ler Bau. Der grosse Vor­teil ist aber, dass die Betriebs­ko­sten nun wesent­lich tie­fer sind – schliess­lich haben die Eigen­tü­mer (fast) keine Heiz­ko­sten.

Aerogel-Module ermöglichen in Kombination mit dem Einsteinmauerwerk den Verzicht auf eine Zentralheizung. (Fotos: Energy Independence AG)
Fokusthema «Wärmeschutz»
Erfahren Sie, wie Einsteinmauerwerk mit seinen wärmedämmenden und zugleich wärmespeichernden Eigenschaften zum Klimaschutz beiträgt.
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