Referenz

Bauernhaus Männedorf

Ein prägnantes Dach aus Biberschwanzziegeln in verschiedenen Farben und Formen verleiht einem umgebauten Bauernhaus einen modernen Akzent, ohne dass dabei die Authentizität des Originals verloren geht.

Dass dem Bauernhaus der Spagat zwischen baukultureller Tradition und moderner Architektur geradezu spielerisch gelingt, ist nicht zuletzt auf die Dacheindeckung aus Biberschwanzziegeln zurückzuführen.

Stan­dort: 8708 Männedorf (ZH)
Architek­ten: Käfer­stein Meis­ter Architek­ten
Bauherrschaft: Pri­vat
Nutzung: Wohnen
Erstel­lung: 2016
Mate­r­i­al: Biber­schwanzziegel antik in 4 Far­ben und For­men von AGZ Ziegeleien AG, Horw (LU)

Ein 1924 erbautes Bauern­haus in Männedorf, hoch über dem Zürich­see gele­gen, wurde vor eini­gen Jahren in ein Wohnge­bäude trans­formiert. Entsprechend der regionalen Tra­di­tion sind die Wände des Wohn­haus­es und des Stalls in Mas­sivbauweise erstellt. Untyp­isch ist, dass die Aussen­wände bis zum ersten Obergeschoss als Zweis­chalen­mauer­w­erk mit einem Luftraum dazwis­chen aus­ge­führt wur­den. Darüber liegt eine Riegelkon­struk­tion mit ein­er umhül­len­den Holzverklei­dung, die im Zuge des Umbaus schwarz lasiert wurde, sodass ein stärk­er­er Kon­trast zum Back­stein und zur weis­sen Wohn­haus­fas­sade entste­ht.

Far­ben­froh und lan­glebig

Über dem Gebäude liegt ein durchge­hen­des Sat­tel­dach, das allein schon auf­grund sein­er Grösse den Charak­ter des Haus­es prägt. Im unteren Drit­tel ist es leicht geknickt und im Bere­ich der früheren Ökonomi­eteile kragt es weit aus, sodass das Haus von Osten her betra­chtet an einen riesi­gen schweben­den Rochen erin­nert.

Weil viele der beste­hen­den Beton­dachsteine beschädigt respek­tive in einem schlecht­en Zus­tand waren, entsch­ied man sich, das gesamte Dach neu einzudeck­en – und zwar mit Biber­schwanzziegeln. Mehr als 8‘000 solch­er Ziegel bilden nun die erneuerte Dachhaut. Sie unter­schei­den sich untere­inan­der sowohl punk­to Farbton – natur­rot, hell­braun, braun und rot­ge­flammt – als auch in der Form mit ver­schiede­nen Abschlüssen von rund bis spitz.

Die neue Ein­deck­ung hat weit­ere Vorteile: Ton­dachziegel hal­ten über Gen­er­a­tio­nen und sind gut fürs Bud­get, denn das neue Dach kann eine Lebens­dauer von bis zu 150 Jahren erre­ichen. Die Biber­schwänze sind in ein­er Dop­pel­bele­gung ange­bracht. Dazu wur­den die Traglat­ten näher zusam­men ver­baut als bei Ein­fachdeck­un­gen, sodass sich nun jew­eils zwei respek­tive drei Dachziegel über­lap­pen. Dies ver­lei­ht dem Dach eine beson­ders hohe Beständigkeit.

Wertvoller Zeitzeuge

Die Ori­en­tierung am Bestand haben wed­er die Bauherrschaft noch die Pla­nen­den als ein­schränk­end emp­fun­den. Vielmehr haben sie – nicht zulet­zt mit der Wahl des Biber­schwanzziegels – auf spielerische Weise Tra­di­tion mit mod­ern­er Architek­tur vere­int und einen Zeitzeu­gen ländlich­er Baukul­tur geschaf­fen, der sich bestens als kom­fort­a­bles Zuhause für die neuen Bewohner­in­nen und Bewohn­er eignet.

Durch die neue Dacheindeckung mit Biberschwanzziegeln wirkt das ehemalige Bauernhaus modern, ohne dabei seinen authentischen Charakter zu verlieren. (Fotos: Jürgen Beck)
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