Bauen im Bestand


Während die Bevölkerung in der Schweiz weiterhin stark wächst, wird der Wohnraum in urbanen Regionen immer knapper. Gefragt sind deshalb Ansätze wie die Verdichtung des Siedlungsraums nach innen, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.
Möglich wird Verdichtung beispielsweise durch Aufstockungen und Erweiterungen bestehender Wohnbauten, durch Ersatzneubauten oder durch ergänzende Neubauten, wenn die Ausnützungsziffer eines Areals dies zulässt. Tonbaustoffe spielen bei diesen Konzepten dank ihrer statischen, bauphysikalischen, städtebaulichen und ästhetischen Qualitäten eine wesentliche Rolle.
aufbauend
Der Wohnraum in bestehenden Gebäuden lässt sich durch Aufstockungen erweitern, sofern es baurechtlich zulässig und statisch möglich ist. Für die statische Überprüfung bietet sich eine Pushover-Analyse mit einem einfach einsetzbaren Software-Tool wie MURUS‑P an (vgl. Kapitel “Erweiterbar”). Wichtig ist zudem ein geeigneter Baustoff, um eine aufwendige statische Ertüchtigung zu vermeiden. Leichtbacksteine erfüllen diese Anforderung – und weitere noch dazu. Sie bieten nämlich auch den erforderlichen Schall- und Brandschutz, gewährleisten eine hochwertige Wärmedämmung und ermöglichen den Feuchteausgleich. So erreicht man ohne zusätzliche Massnahmen einen hohen Raumklimakomfort.
Wärmedämmende Leichtbacksteine überzeugen unter anderem durch ihre statischen Eigenschaften. Damit eignen sie sich hervorragend für Aufstockungen. (Foto: Zürcher Ziegeleien AG)
Zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums können Bestandsbauten aufgestockt werden. Leichtbacksteine eignen sich dafür sehr gut, weil sie mehrere Funktionen erfüllen.
vielfältig
Wenn ein Bauprojekt in einem bestehenden Kontext umgesetzt wird, sind Materialien mit vielseitigen Qualitäten gefragt. Ein Projekt in Zürich zeigt, dass sich Tonbaustoffe dafür bestens eignen.
Tonbaustoffe vereinen die vielfältigen Anforderungen an zeitgemässe Architektur – von der Natürlichkeit des Baustoffs über konstruktive Vorteile bis hin zum Klimakomfort. Bei einem Ersatzneubau an der Klopstockstrasse in Zürich Enge übernimmt wärmedämmendes Einsteinmauerwerk nicht nur die tragende Funktion, sondern erfüllt auch die bauphysikalischen Anforderungen. Der verbaute Leichtbackstein erreicht dank einer speziellen Füllung aus natürlichen Materialien den geforderten tiefen Wärmedurchgangskoeffizienten (U‑Wert) und ist zugleich diffusionsoffen. Das bedeutet, dass die Wand durchlässig bleibt für Feuchtigkeit, was sich positiv auf die Qualität der Raumluft auswirkt.
Als Ersatz für einfache Gewerbebauten entstand in Zürich Enge der Neubau «Klopstock». Das Gebäude fügt sich sensibel in den städtebaulichen Kontext ein und berücksichtigt sowohl ästhetische als auch funktionale Anforderungen. (Fotos: Roman Keller)
raumschaffend
In der Schweiz liegt es in der Kompetenz der Gemeinden, die lokal geltenden Bau- und Zonenreglemente zu erlassen. Viele Gemeinden halten zum Beispiel die Differenz zwischen maximaler Fassaden- und Gesamthöhe bewusst gross. Je nach Ausgangslage ist es daher möglich, mit einem Steildach ein zusätzliches Geschoss oder zumindest eine Galerie zu realisieren und damit mehr Wohnraum zu schaffen. Robuste Tondachziegel können dadurch unmittelbar zur baulichen Verdichtung beitragen und den baukulturellen Kontext wahren.
2025 entstanden deutlich weniger Wohneinheiten auf bisher ungenutztem Bauland als noch 2015. Stattdessen wird mehr im Bestand gebaut. (Grafik: Ziegelindustrie Schweiz; Quelle: Infopro Digital, Wüest Partner)
Je nach Bauzonenreglement kann ein Steildach dazu beitragen, mehr modernen und dank der Geschosshöhen komfortablen Wohnraum zu schaffen.
erweiterbar
Neubauten sollten statisch so konzipiert werden, dass sie eine spätere Aufstockung oder Erweiterung flexibel ermöglichen. Mauerwerk eignet sich dafür besonders gut – wie viele ältere Bauwerke eindrucksvoll belegen.
Wer bei einem Neubau auf eine statisch belastbare Mauerwerkskonstruktion setzt, schafft nicht nur hohe bauliche Qualität, sondern hält sich auch die Möglichkeit offen, das Gebäude später um weitere Geschosse zu ergänzen. Dass das gut funktioniert, zeigen verschiedene Projekte, bei denen ältere Gebäude mit einem Tragwerk aus Backstein aufgestockt wurden. Um zu prüfen, ob ein neuer Mauerwerksbau den Erdbebennachweis für eine spätere Aufstockung erfüllt, können Fachleute heute das benutzerfreundliche Software-Tool MURUS‑P nutzen. Damit lässt sich auf Basis der Vorgaben der SIA-Normen effizient eine Pushover-Analyse durchführen, um das maximale Potenzial von Gebäuden aus Mauerwerk auszuschöpfen und künftige Ertüchtigungsmassnahmen nach Möglichkeit zu vermeiden.
Geometriemodell eines mehrgeschossigen Gebäudes mit Wänden aus Mauerwerk und Stahlbeton-Zwischendecken für die nichtlineare Analyse. (Quelle: Ziegelindustrie Schweiz)
Tonbaustoffe fügen sich in den baukulturellen Kontext ein und erfüllen höchste bauphysikalische sowie ökologische Anforderungen.
harmonisch
Viele Areale in der Schweiz bieten Potenzial zur Verdichtung, zum Beispiel bei der Transformation von einem Industrie- und Gewerbegelände hin zu Wohnnutzung. Oft ist es bei dieser Ausgangslage möglich, Ersatzneubauten oder Erweiterungen zu realisieren. Fassaden aus Sichtbacksteinen oder keramischen Fassadenplatten sowie Dächer aus Tondachziegeln fügen sich gut in eine bestehende Bebauung ein und lassen die neuen Gebäude als Teil einer kontinuierlichen Entwicklung erscheinen. Dank ihrer Robustheit und der durch Alterung entstehenden Patina gewinnen Tonbaustoffe im Laufe der Zeit sogar noch an Charakter dazu.
Wird ein Quartier durch einen Ersatzneubau ergänzt, sollte sich der Neubau harmonisch in den Bestand einfügen und den Bezug zum baukulturellen Kontext wahren. Tonbaustoffe sind hier erste Wahl.
schwiizerisch
Natürliche Rohstoffe, heimische Produktion und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. So bekommt Ihr Bauprojekt Charakter.
Die Mitgliederfirmen von Ziegelindustrie Schweiz produzieren Backsteine, Dachziegel und keramische Fassadenplatten aus heimischem Ton. Dabei ist «swissmade» für sie mehr als nur eine Herkunftsbezeichnung. Es ist das Versprechen, dass jedes Bauprojekt durch eine eigenständige Formensprache und Materialität seinen individuellen Ausdruck erhält. So wird die Baukultur unseres Landes nachhaltig und qualitätsvoll geprägt. Der Ton macht den Charakter.






