Fokusthema

Bauen im Bestand

Ein Ersatz­neu­bau an der Klop­stock­strasse in Zürich fügt sich ganz selbst­ver­ständ­lich in den urba­nen Raum ein. (Foto: Roman Kel­ler)
Ein Ersatz­neu­bau an der Klop­stock­strasse in Zürich fügt sich ganz selbst­ver­ständ­lich in den urba­nen Raum ein. (Foto: Roman Kel­ler)

Während die Bevölkerung in der Schweiz weiterhin stark wächst, wird der Wohnraum in urbanen Regionen immer knapper. Gefragt sind deshalb Ansätze wie die Verdichtung des Siedlungsraums nach innen, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.

Mög­lich wird Ver­dich­tung bei­spiels­weise durch Auf­stockun­gen und Erwei­te­run­gen bestehen­der Wohn­bau­ten, durch Ersatz­neu­bau­ten oder durch ergän­zende Neu­bau­ten, wenn die Aus­nüt­zungs­zif­fer eines Are­als dies zulässt. Ton­bau­stoffe spie­len bei die­sen Kon­zep­ten dank ihrer sta­ti­schen, bau­phy­si­ka­li­schen, städ­te­bau­li­chen und ästhe­ti­schen Qua­li­tä­ten eine wesent­li­che Rolle.

aufbauend

Der Wohn­raum in bestehen­den Gebäu­den lässt sich durch Auf­stockun­gen erwei­tern, sofern es bau­recht­lich zuläs­sig und sta­tisch mög­lich ist. Für die sta­ti­sche Über­prü­fung bie­tet sich eine Pusho­ver-Ana­lyse mit einem ein­fach ein­setz­ba­ren Soft­ware-Tool wie MURUS‑P an (vgl. Kapi­tel “Erwei­ter­bar”). Wich­tig ist zudem ein geeig­ne­ter Bau­stoff, um eine auf­wen­dige sta­ti­sche Ertüch­ti­gung zu ver­mei­den. Leicht­back­steine erfül­len diese Anfor­de­rung – und weitere noch dazu. Sie bie­ten näm­lich auch den erfor­der­li­chen Schall- und Brand­schutz, gewähr­lei­sten eine hoch­wer­tige Wär­me­däm­mung und ermög­li­chen den Feuch­te­aus­gleich. So erreicht man ohne zusätz­li­che Mass­nah­men einen hohen Raum­kli­ma­kom­fort.

Wärmedämmende Leichtbacksteine überzeugen unter anderem durch ihre statischen Eigenschaften. Damit eignen sie sich hervorragend für Aufstockungen. (Foto: Zürcher Ziegeleien AG)

Zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums können Bestandsbauten aufgestockt werden. Leichtbacksteine eignen sich dafür sehr gut, weil sie mehrere Funktionen erfüllen.

vielfältig

Wenn ein Bauprojekt in einem bestehenden Kontext umgesetzt wird, sind Materialien mit vielseitigen Qualitäten gefragt. Ein Projekt in Zürich zeigt, dass sich Tonbaustoffe dafür bestens eignen.

Ton­bau­stoffe ver­ei­nen die viel­fäl­ti­gen Anfor­de­run­gen an zeit­ge­mässe Archi­tek­tur – von der Natür­lich­keit des Bau­stoffs über kon­struk­tive Vor­teile bis hin zum Klima­komfort. Bei einem Ersatz­neu­bau an der Klop­stock­strasse in Zürich Enge über­nimmt wär­me­däm­men­des Ein­stein­mauer­werk nicht nur die tra­gende Funk­tion, son­dern erfüllt auch die bau­phy­si­ka­li­schen Anfor­de­run­gen. Der ver­baute Leicht­back­stein erreicht dank einer spe­zi­el­len Fül­lung aus natür­li­chen Mate­ria­lien den gefor­der­ten tie­fen Wär­me­durch­gangs­ko­ef­fi­zi­en­ten (U‑Wert) und ist zugleich diffusions­offen. Das bedeu­tet, dass die Wand durch­läs­sig bleibt für Feuch­tig­keit, was sich posi­tiv auf die Qua­li­tät der Raum­luft aus­wirkt.

Als Ersatz für einfache Gewerbebauten entstand in Zürich Enge der Neubau «Klopstock». Das Gebäude fügt sich sensibel in den städtebaulichen Kontext ein und berücksichtigt sowohl ästhetische als auch funktionale Anforderungen. (Fotos: Roman Keller)

73 %

… war 2025 der Gesamt­an­teil von Bau­ten im Bestand gegen­über Neu­bau­ten auf der «grü­nen Wiese». Zehn Jahre zuvor waren es noch 51 %.

raumschaffend

In der Schweiz liegt es in der Kom­pe­tenz der Gemein­den, die lokal gel­ten­den Bau- und Zonen­re­gle­mente zu erlas­sen. Viele Gemein­den hal­ten zum Bei­spiel die Dif­fe­renz zwischen maxi­ma­ler Fas­sa­den- und Gesamt­höhe bewusst gross. Je nach Aus­gangs­lage ist es daher mög­lich, mit einem Steil­dach ein zusätz­li­ches Geschoss oder zumin­dest eine Gale­rie zu rea­li­sie­ren und damit mehr Wohn­raum zu schaf­fen. Robu­ste Ton­dach­zie­gel kön­nen dadurch unmittel­bar zur bau­li­chen Ver­dich­tung bei­tra­gen und den bau­kul­tu­rel­len Kon­text wah­ren.

2025 entstanden deutlich weniger Wohneinheiten auf bisher ungenutztem Bauland als noch 2015. Stattdessen wird mehr im Bestand gebaut. (Grafik: Ziegelindustrie Schweiz; Quelle: Infopro Digital, Wüest Partner)

Je nach Bauzonenreglement kann ein Steildach dazu beitragen, mehr modernen und dank der Geschosshöhen komfortablen Wohnraum zu schaffen.

erweiterbar

Neubauten sollten statisch so konzipiert werden, dass sie eine spätere Aufstockung oder Erweiterung flexibel ermöglichen. Mauerwerk eignet sich dafür besonders gut – wie viele ältere Bauwerke eindrucksvoll belegen.

Wer bei einem Neu­bau auf eine sta­tisch belast­bare Mau­er­werks­kon­struk­tion setzt, schafft nicht nur hohe bau­li­che Qua­li­tät, son­dern hält sich auch die Möglich­keit offen, das Gebäude spä­ter um weitere Geschosse zu ergän­zen. Dass das gut funk­tio­niert, zei­gen ver­schie­dene Pro­jekte, bei denen ältere Gebäude mit einem Trag­werk aus Back­stein auf­ge­stockt wur­den. Um zu prü­fen, ob ein neuer Mau­er­werks­bau den Erd­be­ben­nach­weis für eine spä­tere Auf­stockung erfüllt, kön­nen Fach­leute heute das benut­zer­freund­li­che Soft­ware-Tool MURUS‑P nut­zen. Damit lässt sich auf Basis der Vor­ga­ben der SIA-Nor­men effi­zi­ent eine Pusho­ver-Ana­lyse durch­füh­ren, um das maxi­male Poten­zial von Gebäu­den aus Mau­er­werk aus­zu­schöp­fen und künf­tige Ertüch­ti­gungs­mass­nah­men nach Möglich­keit zu ver­mei­den.

Geometriemodell eines mehrgeschossigen Gebäudes mit Wänden aus Mauerwerk und Stahlbeton-Zwischendecken für die nichtlineare Analyse. (Quelle: Ziegelindustrie Schweiz)
Tonbaustoffe fügen sich in den baukulturellen Kontext ein und erfüllen höchste bauphysikalische sowie ökologische Anforderungen.

harmonisch

Viele Areale in der Schweiz bie­ten Poten­zial zur Ver­dich­tung, zum Bei­spiel bei der Trans­for­ma­tion von einem Indu­strie- und Gewer­be­ge­lände hin zu Wohn­nut­zung. Oft ist es bei die­ser Aus­gangs­lage mög­lich, Ersatz­neu­bau­ten oder Erwei­te­run­gen zu rea­li­sie­ren. Fas­sa­den aus Sicht­back­stei­nen oder kera­mi­schen Fas­sa­den­plat­ten sowie Dächer aus Ton­dach­zie­geln fügen sich gut in eine bestehende Bebau­ung ein und las­sen die neuen Gebäude als Teil einer kon­ti­nu­ier­li­chen Ent­wick­lung erschei­nen. Dank ihrer Robust­heit und der durch Alte­rung ent­ste­hen­den Patina gewin­nen Ton­bau­stoffe im Laufe der Zeit sogar noch an Cha­rak­ter dazu.

Wird ein Quartier durch einen Ersatzneubau ergänzt, sollte sich der Neubau harmonisch in den Bestand einfügen und den Bezug zum baukulturellen Kontext wahren. Tonbaustoffe sind hier erste Wahl.

schwiizerisch

Natürliche Rohstoffe, heimische Produktion und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. So bekommt Ihr Bauprojekt Charakter.

Die Mit­glie­der­fir­men von Zie­gel­in­du­strie Schweiz pro­du­zie­ren Back­steine, Dach­zie­gel und kera­mi­sche Fas­sa­den­plat­ten aus hei­mi­schem Ton. Dabei ist «swiss­made» für sie mehr als nur eine Her­kunfts­be­zeich­nung. Es ist das Ver­spre­chen, dass jedes Bau­pro­jekt durch eine eigen­stän­dige For­men­spra­che und Mate­ria­li­tät sei­nen indi­vi­du­el­len Aus­druck erhält. So wird die Bau­kul­tur unse­res Lan­des nach­hal­tig und qua­li­täts­voll geprägt. Der Ton macht den Cha­rak­ter.

Zum Nachlesen:
unser Merkblatt zum Thema.
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