«Plugin 4» Marly
Die ausdrucksstarke keramische Fassade eines Neubaus stellt auf einem alten Industrieareal den Bezug zur Vergangenheit her. Sie trägt so zu einer hohen Identifikation bei und überzeugt zudem mit ihren ökologischen Qualitäten.
Die Fassadenplatten entsprechen den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und lassen sich am Ende der Lebensdauer des Gebäudes einfach deinstallieren und weiterverwenden.
Standort: 1723 Marly (FR)
Architekten: Magizan SA
Bauherrschaft: Marly Innovation Center
Nutzung: Wohnen, Gewerbe
Erstellung: 2021
Material: Fassadenziegel Urban T von Zürcher Ziegeleien AG, Regensdorf (ZH)
In Marly unweit von Freiburg wandelt sich das ehemalige Industrieareal «Ancienne Papeterie» am Ufer des Flüsschens Gérine zu einem nachhaltigen, modernen Quartier. Das Areal soll im Endausbau etwa 1000 Miet- und Eigentumswohnungen umfassen und rund 2500 Menschen als Wohn- und Arbeitsort dienen. Wichtige Themen für die Gestaltung und Bebauung sind ein kleiner ökologischer Fussabdruck sowie aus gesellschaftlicher Sicht das Wohlbefinden der Menschen. Diese Aspekte stehen auch beim Hochhaus «Plugin 4» im Mittelpunkt – einem Turm mit 12 Etagen über einem dreigeschossigen Sockelbau.
Charakterstarke Keramikfassade
Die Tragstruktur von Plugin 4 besteht aus Beton. Für die Fassadenverkleidung war jedoch ein Material gefragt, das die ökologischen und sozialen Anforderungen des Areals erfüllt. Die Architekten entschieden sich für keramische Fassadenplatten. Mit ihren variierenden roten Farbtönen spielen sie auf die industriellen Wurzeln des historischen Areals an und entwickeln über die Jahre eine charakteristische Patina. Daraus ergibt sich ein ausdrucksstarkes Gesamtbild, das zur Identifikation mit dem Ensemble beiträgt und dadurch die Aufenthaltsqualität erhöht.
Flexibel und zirkulär
Nebst den städtebaulichen und gesellschaftlichen Vorzügen überzeugen die Keramikplatten auch in ökologischer Hinsicht. Sie wurden in der Schweiz hergestellt, sodass ihr Transport zur Baustelle dank der geringen Distanz kaum CO2-Emissionen verursachte. Zudem sind sie robust und langlebig, was geringe Unterhaltskosten ermöglicht. Und: Die Platten bieten eine hohe Flexibilität, weil sie in die Unterkonstruktion eingehängt und nicht verschraubt oder verklebt sind. Dadurch ist es auch möglich, einzelne Platten bei Bedarf zu entfernen und durch Photovoltaikmodule zu ersetzen. Nicht zuletzt sind sie kreislauffähig, weil sie sich am Ende der Lebensdauer des Gebäudes einfach deinstallieren und weiterverwenden oder rezyklieren lassen. Mit der ausdrucksstarken Keramikfassade fügt sich Plugin 4 nahtlos in die «Ancienne Papeterie» ein und trägt wesentlich dazu bei, dass die Transformation vom Industrieareal zum modernen Ökoquartier gelingt.
Fokusthema «Die nachhaltige Stadt»
Erfahren Sie, wie man dort, wo viele Menschen leben, mit Tonbaustoffen die Treibhausgasemissionen reduzieren kann.