Referenz

»Pièce urbaine C« Lausanne

Vier Neubauten in einem nachhaltigen Quartier in Lausanne erfüllen die Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft. Dazu trägt nicht zuletzt das Einsteinmauerwerk bei.

Das monolithische Mauerwerk aus einem Leichtbackstein realisiert die drei Funktionen der Gebäudehülle: es trägt, schützt und dämmt.

Stan­dort: 1018 Lau­sanne (VD)
Architek­ten: Nico­las de Courten Archi­tectes EPF FAS SIA
Bauherrschaft: FLCL, FPHL (Stiftun­gen); SCHL (Baugenossen­schaft)
Nutzung: Wohnen, Dien­stleis­tung
Erstel­lung: 2018 bis 2024
Mate­r­i­al: Leicht­back­stein Porotherm von Zürcher Ziegeleien AG, Regens­dorf (ZH)

Im Entwick­lungs­ge­bi­et Plaines-du-Loup im Nor­den von Lau­sanne sollen sich bis 2034 rund 8’000 neue Bewohner­in­nen und Bewohn­er nieder­lassen und 3’000 Arbeit­splätze entste­hen. Das Quarti­er wird die Ansprüche der 2’000-Watt-Gesellschaft erfüllen. Dazu sind die Gebäude so konzip­iert, dass sie nach stren­gen ökol­o­gis­chen Anforderun­gen erstellt und betrieben wer­den kön­nen. Die Wärmev­er­sorgung zum Beispiel basiert voll­ständig auf erneuer­baren Quellen und verur­sacht im Betrieb keine direk­ten CO2-Emis­sio­nen. Zwis­chen 2018 und 2024 wurde die Baue­tappe «Pièce urbaine C» nach den Plä­nen des Lau­san­ner Architek­tur­büros Nico­las de Courten real­isiert. Die Über­bau­ung beste­ht aus vier u‑förmigen Baukör­pern mit neun Geschossen und ins­ge­samt 149 Woh­nun­gen.

Hohe Wärmedäm­mung

Dass die Neubaut­en den Stan­dard Minergie‑P erfüllen, gelingt nicht zulet­zt dank der Aussen­wände, die mit einem Leicht­back­stein als mono­lithis­ches Ein­stein­mauer­w­erk real­isiert wur­den. Der mul­ti­funk­tionale Back­stein kam zum Zug, weil er wenig graue Energie aufweist und ver­schiedene Funk­tio­nen in sich vere­int: Er trägt, schützt und isoliert das Gebäude. Beson­ders gut schnei­det er bei der Wärmedäm­mung ab, wo er einen U‑Wert von bis zu 0,138 W/m2K erre­icht. Seine däm­menden Eigen­schaften ver­dankt der Stein ein­er Fül­lung aus dem Vulka­ngestein Per­lit. Durch die Kom­bi­na­tion mit Ton ist der Back­stein leicht, nicht brennbar und tem­per­aturbeständig. Die Fas­sade als Ganzes ist dif­fu­sion­sof­fen, was für eine gute Feuchtigkeit­sreg­ulierung sorgt und dadurch zu einem angenehmen Innen­raumk­li­ma beiträgt.

Ökol­o­gis­che Vorteile

Da der Leicht­back­stein neb­st der tra­gen­den Funk­tion auch die bau­physikalis­chen Anforderun­gen erfüllt, war keine zusät­zliche Däm­mung notwendig. Das führte zu einem schnelleren Bau­fortschritt und förderte die rasche Aus­trock­nung des Neubaus, sodass die Flächen früher ver­mi­etet wer­den kon­nten als bei Pro­jek­ten mit anderen Fas­saden­sys­te­men. Und: Das mono­lithis­che Mauer­w­erk wirkt sich pos­i­tiv auf die Öko­bi­lanz der Gebäude aus. Im Ver­gle­ich zu ein­er Beton­wand fall­en Mate­ri­alver­brauch und Gewicht tiefer aus. Über den gesamten Leben­szyk­lus betra­chtet liegen die Einsparun­gen bei den indi­rek­ten Treib­haus­gase­mis­sio­nen zwis­chen 30 und 50 Prozent tiefer.

Die eingesetzten Leichtbacksteine erfüllen die tragende Funktion und die bauphysikalischen Anforderungen in einem. (Fotos: Guillaume Perret)
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