Fokusthema

Innovation

Bei der Sied­lung «Le Parc de Staël» am Gen­fersee ver­birgt sich die Inno­va­tion hin­ter der Klink­er­fas­sade. Gross­block­steine bilden die mono­lithis­che Kon­struk­tion und vere­inen dabei Tragfähigkeit sowie Wärmedäm­mung. (Visu­al­isierung: CCHE Nyon SA)
Bei der Sied­lung «Le Parc de Staël» am Gen­fersee ver­birgt sich die Inno­va­tion hin­ter der Klink­er­fas­sade. Gross­block­steine bilden die mono­lithis­che Kon­struk­tion und vere­inen dabei Tragfähigkeit sowie Wärmedäm­mung. (Visu­al­isierung: CCHE Nyon SA)

Tonbaustoffe sind seit Jahrhunderten beliebte und bewährte natürliche Baumaterialien mit vielseitigem Einsatzgebiet. Dank kontinuierlicher Innovation bleiben sie gleichermassen zeitgemäss und zukunftsfähig.

Ton­dachziegel, Back­steine und keramis­che Fas­saden­plat­ten sowie die passenden Pho­to­voltaik­lö­sun­gen wer­den kon­stant weit­er­en­twick­elt, um stets die neusten Anforderun­gen zu erfüllen. Dank dieser fort­laufend­en Inno­va­tion kön­nen sie heute beispiel­sweise zu mehr Bio­di­ver­sität und zur Pro­duk­tion erneuer­bar­er Energie beitra­gen sowie Emis­sio­nen über den gesamten Leben­szyk­lus eines Gebäudes hin­weg sub­stanziell senken. Damit leis­ten sie einen wertvollen Beitrag zum nach­halti­gen Bauen.

solar

Die Pho­to­voltaik soll kün­ftig einen wichti­gen Beitrag zur Energiev­er­sorgung der Schweiz leis­ten. Allerd­ings ist die Umset­zung nicht über­all ein­fach, etwa in Kern­zo­nen und auf denkmalgeschützten Däch­ern. Gut zu wis­sen: Solarpan­els lassen sich nicht nur als herkömm­liche Auf­dach- oder Indachan­la­gen real­isieren. So gibt es von Schweiz­ern Ziegeleien spezielle Solarziegel, die die Vorteile ein­er clev­eren Pho­to­voltaik-Lösung mit denen eines schützen­den Ziegel­daches vere­inen. Es han­delt sich um Ton­dachziegel, auf denen pass­ge­naue Solar­mod­ule mon­tiert wer­den und die sog­ar bei schützenswerten Orts­bildern ver­wen­det wer­den kön­nen. Alter­na­tiv kön­nen Indach-Mod­ule, die per­fekt auf die typ­is­cher­weise in der Schweiz ver­wen­de­ten Ziegelfor­mate abges­timmt sind, naht­los in die Dachfläche inte­gri­ert wer­den So leis­ten inno­v­a­tive Pro­duk­tlö­sun­gen einen wertvollen Beitrag zur Energiewende und zum Erhalt der ehrwürdi­gen Schweiz­er Alt­städte.

Auf den handelsüblichen Tondachziegeln sind kleine Photovoltaikmodule befestigt. So lassen sich Energieproduktion und Ästhetik in Einklang bringen. (Fotos: Gasser Ceramic)

Damit sich Solaranlagen auch in Gebieten mit Ortsbildschutz realisieren lassen, sind innovative Lösungen gefragt. Die Schweizer Ziegeleien haben verschiedene Produkte entwickelt, die dabei von grossem Nutzen sind.

begrünbar

Pflanzen können an heissen Sommertagen in dicht bebauten Städten die Erhitzung mindern und haben zudem einen positiven Effekt auf die Biodiversität. Wirkungsvoll sind solche begrünten Flächen besonders an Fassaden.

Die Kli­maer­wär­mung macht sich in Städten beson­ders bemerk­bar, weil sich dort viele ver­siegelte Ober­flächen befind­en. Diese erhitzen sich tagsüber stark und geben nachts die Wärme wieder ab, sodass sich die Luft weniger gut abkühlen kann. Begrünte Fas­saden wirken der Erhitzung von Wand­flächen ent­ge­gen und haben einen küh­len­den Effekt auf die Umge­bung. Zudem tra­gen sie zur Verbesserung der Luftqual­ität bei, kön­nen im Sinne ein­er «Schwamm­stadt» (siehe Kas­ten) Regen­wass­er zurück­hal­ten und bieten wertvollen Leben­sraum für Klein­tiere. Hier set­zt eine Inno­va­tion im Bere­ich Ton­baustoffe an: Eine vorge­hängte keramis­che Gebäude­hülle, die mit pflegele­icht­en, aber trotz­dem attrak­tiv­en Pflanzen bestückt wird. So entste­hen mehr Leben an der Fas­sade und ein besseres Stadtk­li­ma.

Begrünte Fassaden mit einer keramischen Tragstruktur fördern die Biodiversität und halten im Sinne der Schwammstadt Regenwasser zurück. (Foto: Zürcher Ziegeleien AG)

Das Schwammstadt-Prinzip

Der Kli­mawan­del führt nicht nur zu län­geren Trock­en­pe­ri­o­den, son­dern auch zu heftigeren Nieder­schlä­gen, die Über­flu­tun­gen verur­sachen kön­nen. Ein möglichst natür­lich gestal­teter Wasserkreis­lauf kann bei­den Prob­le­men ent­ge­gen­wirken.

Statt das Regen­wass­er rasch abzuführen, wird es zurück­ge­hal­ten, damit es ver­sick­ern und ver­dun­sten kann. Dieses Prinzip der «Schwamm­stadt», die Wass­er spe­ichert, wirkt der Aus­trock­nung der Böden in Zeit­en län­ger­er Trock­en­heit ent­ge­gen und fördert die Neu­bil­dung von Grund­wass­er. Ton­baustoffe kön­nen beispiel­sweise durch Fas­saden­be­grü­nung dazu beitra­gen, Nieder­schläge zurück­zuhal­ten und den Wasserkreis­lauf zu opti­mieren. Es ist auch möglich, auf Steildäch­ern ein­tr­e­f­fende Nieder­schläge zurück­zuhal­ten — etwa durch die Kom­bi­na­tion mit ein­er Regen­wass­er-Zis­terne — und später zur Bewässerung wiederzu­ver­wen­den.

monolithisch

Eine hochw­er­tige Gebäude­hülle reduziert den Heizbe­darf im Win­ter und wirkt der Erwär­mung der Immo­bilie an heis­sen Som­merta­gen ent­ge­gen. Eine inno­v­a­tive Lösung dafür bietet mono­lithis­ches (ein­schaliges) Mauer­w­erk aus speziellen Wärmedämm­steinen, wie sie etwa bei der Neubausied­lung «Le Parc de Staël» in Cop­pet unweit von Genf zum Ein­satz kom­men. Sie sind mit Min­er­al­wolle gefüllt, einem nicht brennbaren, kreis­lauf­fähi­gen Mate­r­i­al mit aus­geze­ich­neten Däm­meigen­schaften. Zudem erfüllen sie die sta­tis­che Funk­tion und als natür­lich­er min­er­alis­ch­er Baustoff sämtliche Anforderun­gen des Brand­schutzes. Auch die Fas­saden der Sied­lungs­ge­bäude beste­hen aus Ton­baustof­fen: Die Verklei­dung aus hellen Klink­ern ist lan­glebig und ver­lei­ht den Gebäu­den eine mod­erne und zeit­lose Ele­ganz.

Einschaliges Mauerwerk aus speziellen Dämmsteinen kombiniert statische und bauphysikalische Funktionen. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt eine Neubausiedlung am Genfersee.

Die drei Gebäude des «Parc de Staël» sind gekonnt in die Land­­­schaft eingebettet. Tonbau­stoffe übernehmen eine zentrale Funktion: Die Konstruktion besteht aus wärmedämmendem Einstein­mauerwerk, die Klinker-Fassaden zeichnen sich durch Eleganz und Langlebigkeit aus. (Visualisierung: CCHE Nyon SA; Foto: Gasser Ceramic)

klimaneutral

Der Einsatz von Biogas als Energieträger und die Kompensation der verbleibenden Emissionen ermöglichen bereits heute klimaneutrale Tonbaustoffe. Die investierte Energie verbleibt über Generationen im natürlichen und kreislauffähigen Baumaterial.

Ton­baustoffe erfüllen schon heute wichtige Anforderun­gen an die Nach­haltigkeit, weil sie sehr lan­glebig und kreis­lauf­fähig sind sowie einen gerin­gen Unter­halts­be­darf aufweisen. Ent­lang der gesamten Pro­duk­tions­kette wer­den die Emis­sio­nen auf ein Min­i­mum reduziert. Im Fokus ste­ht der Ein­satz von ökol­o­gis­chen Energi­eträgern wie erneuer­barem Strom und auf Nach­frage auch Bio­gas. Zudem lassen sich die nicht ver­mei­d­baren Emis­sio­nen durch die Unter­stützung zer­ti­fiziert­er Kli­maschutzpro­jek­te neu­tral­isieren, bis die nöti­gen tech­nis­chen Lösun­gen zur Ver­fü­gung ste­hen. So kön­nen Schweiz­er Ziegeleien auf Wun­sch bere­its heute weitest­ge­hend kli­ma­neu­trale Ton­baustoffe anbi­eten.

Grafik: Steter Kreislauf – der Einsatz von Backsteinen und Dachziegeln. Kreislaufwirtschaft ist mehr als Recycling

engagiert

Durch das Engage­ment kon­nte eine hochschulüber­greifende Gruppe für Forschung und Lehre gebildet wer­den, die baustof­flich­es Fach­wis­sen etwa bezüglich Trag­w­erkssicher­heit und Ele­ment­bau bün­delt und sys­tem­a­tisch weit­er­en­twick­elt. Die finanzielle Unter­stützung kommt auch der Aus­bil­dung von Bauingenieur/innen zugute und stärkt den Forschungs­stan­dort Schweiz in diesem Bere­ich. Ton bietet als heimis­ch­er, natür­lich­er und bewährter Baustoff ein enormes Poten­zial, das durch die Forschungsar­beit auch kün­fti­gen Gen­er­a­tio­nen erschlossen wird.

Ziegelindustrie Schweiz fördert mit einer jährlichen Donation die Forschung der ETH Zürich und der Hochschule Luzern im Bereich des konstruktiven Mauerwerkbaus.

schwiizerisch

Natürliche Rohstoffe, heimische Produktion und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. So bekommt Ihr Bauprojekt Charakter.

Die Mit­glieder­fir­men von Ziegelin­dus­trie Schweiz pro­duzieren Back­steine, Dachziegel und keramis­che Fas­saden­plat­ten aus heimis­chem Ton. Dabei ist «swiss­made» für sie mehr als nur eine Herkun­fts­beze­ich­nung. Es ist das Ver­sprechen, dass jedes Baupro­jekt durch eine eigen­ständi­ge For­men­sprache und Mate­ri­al­ität seinen indi­vidu­ellen Aus­druck erhält. So wird die Baukul­tur unseres Lan­des nach­haltig und qual­itätsvoll geprägt. Der Ton macht den Charak­ter.

Zum Nachlesen:
unser Merkblatt zum Thema.
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